
Sailormoon bleibt ein beliebtes Cosplay-Thema. Dabei sind die Kostüme heutzutage viel aufwändiger als in der Anfangszeit der Sailormoon-Begeisterung.
Irgendwie habe ich auf der AnimagiC immer das Gefühl, nie genug Zeit zu haben. Man läuft hektisch vom Händlerraum zu den Autogrammstunden, hechtet von J-Pop-Konzert zu Musical-Vorführung, wirft zwischendrin noch schnell einen Blick auf den Zeichenwettbewerb und hat kaum Zeit, hier mal einen Workshop oder dort gar eine Rollenspielrunde mitzunehmen. Und eigentlich könnte man die ganze AnimagiC auch draußen vor der Tür verbringen, wo die Cosplayer in ihren aufwändigen Kostümen flanieren und man dutzendweise Speicherkarten vollknipsen kann.
Zwischendrin habe ich mich aber darauf besonnen, was die AnimagiC eigentlich ist: Eine Anime-Messe. Also habe ich mich brav in die Animekinos gesetzt (schwere Arbeit, ich weiß) um Euch ein paar interessante neue Serien vorzustellen. Hier eine völlig subjektive Auswahl von Anime-Highlights, von denen viele noch einen Vertreiber für Deutschland suchen – aber eigentlich sollte das bei solch coolen Serien nicht lange dauern!

Vielversprechender deutscher Manga-Nachwuchs: Natalie Wormsbecher (Dämonenjunge Lain, Life Tree's Guardian).
Äußerst interessant beginnt der Fantasy-Anime „07-Ghost“. An einer Militärakademie, an der die Soldaten auch Magie praktizieren, stehen der Waisenjunge Teito und sein bester Freund Mikage kurz vor dem Abschluss. Aber die glänzende Karriere geht rapide den Bach runter, als Teito den Mörder seines Vaters wiedererkennt und nach einem versuchten Anschlag auf ihn fliehen muss. Mehr als die Pilotfolge habe ich leider nicht sehen können, aber Handlung und Setting wirkten äußerst vielversprechend!
Ebenfalls eine ungewöhnliche Ausgangsbasis hat „Asura Cryin'“. Ohne dass er weiß warum, folgt dem Schüler Tomo seit einem Flugzeugabsturz der Geist seiner Kindheitsfreundin Misao. Als ihm ein mysteriöser silberner Koffer anvertraut wird, in dem sich ein Mecha namens Asura Machina befindet, wird er in eine höchst merkwürdige Auseinandersetzung hineingezogen. Am Beginn der Serie tauchen gleich sehr viele Figuren auf, deren Absichten und Motivationen höchst unklar sind – das macht Appetit auf mehr und die Hoffnung, dass dieses Potential ausgeschöpft wird.
Eine sehr unterhaltsame Slapstick-Love-Comedy ist „Seto no Hanayome“. Kaum im Sommerurlaub angekommen, droht Highschool-Schüler Nagasumi auch schon im Meer zu ertrinken. Aber er hat Glück – eine leibhaftige Meerjungfrau namens San rettet ihn. Allerdings hat sie damit die Existenz ihrer Spezies verraten, und um das zu sühnen, müsste sie eigentlich sterben. Ihr Vater, Boss eines Mafia-ähnlichen Meermänner-Clans, würde natürlich viel lieber Nagasumi töten. Um sämtliche Leben zu retten, bleibt nur ein Ausweg: Nagasumi und San müssen heiraten! Aber mit einem ganzen Meerjungfrauen-Clan am Hals ist das Leben auch nicht gerade einfach – ich habe jedenfalls Tränen gelacht!

Ein schickes Kostüm vom Grunde des Ozeans.
In „Michiko und Hatchin“ geht ein sehr ungewöhnliches Duo auf Reisen: In einem fiktiven Südamerika befreut die aus dem Gefängnis geflohene Latino-Braut Michiko das Waisenmädchen Hana (Hatchin) aus seiner Pflegefamilie, in der es misshandelt und ausgenutzt wird. Mit ihr macht sie sich auf die Suche nach Hiroshi, Hanas angeblich totem Vater, ständig auf der Flucht vor ihren Verfolgern. Eine verrückte Jagd und zwei Charaktere, die gegensätzlicher wohl kaum sein könnten, das Ganze unter südamerikanischer Sonne – das verspricht lohnende Unterhaltung!
Für jeden etwas dabei ist auf jeden Fall in den Kurzfilmsammlungen „Genius Party“ und „Genius Party Beyond“. Die sieben Kurzfilme des ersten Teils sind hierzulande bereits zu kaufen, der zweite Teil mit fünf Episoden wurde auf der AnimagiC exklusiv vorgestellt. Wer Kurzfilme mag, ist hier sicher gut bedient, denn die Geschichten sind nicht nur im Zeichen- oder Animationsstil total unterschiedlich, sondern auch höchst innovativ.
Und zum Schluss mein persönlicher Favorit: „Tears to Tiara“, ein Anime, der auf einem Fantasy-RPG basiert. Um den Dämonenfürsten Arawn wiederzuerwecken (und mit ihm die Welt zu beherrschen), will ein böser Priester das Mädchen Riannon opfern. Doch wie sich herausstellt, hat Arawn gar keine Lust auf diese Welteroberungspläne, befreit stattdessen das Opfer und tötet den Priester. Riannons zur Rettung herbeigeeilter Bruder will den Dämonenfürsten trotzdem lieber vernichten. Um ihn davon abzuhalten, sieht Riannon keinen anderen Ausweg, als sich mit Arawn zu verloben – das Chaos ist vorprogrammiert...

Diese Truppe entstammt einem sehr bekannten Anime – ratet, welchem!
Natürlich gab es noch eine Menge mehr zu sehen, aber wie gesagt, das ist meine ganz persönliche Auswahl der Highlights – außerdem kann sich eine einzelne Redakteurin auch nicht alles ansehen (ächz!). Wenn Euch etwas davon anspricht, haltet doch mal danach Ausschau – oder findet auf der nächsten AnimagiC Eure eigenen Favoriten. 2010 wird die AnimagiC aber aller Voraussicht nach wegen des geplanten Umbaus der Beethovenhalle nicht mehr in Bonn stattfinden.

Anne Pätzke ist bekannt durch die Magazinreihe „Paper Theatre“ und ihre „Kulla“-Kinderbücher.

Hervorragend gemachte Sailormoon-Bösewichte.
