Willkommen zurück!, konnte man dieses Jahr der Ring*Con zurufen. Denn wie ihre große Schwester FedCon kehrte auch die Fantasy-Convention in ihrer 7. Auflage von Fulda nach Bonn zurück. Grund genug, sie wieder einmal für Euch WG-Leser ganz uneigennützig heimzusuchen!
Wie die FedCon, so hat auch die Ring*Con sich mittlerweile neuen Einflüssen geöffnet. Außer den Darstellern aus „Herr der Ringe“, die einmal mehr von John Rhys-Davies angeführt wurden (ergänzt um Brad „Schlangenzunge“ Dourif), waren diesmal auch Schauspieler aus „Harry Potter“ und „Fluch der Karibik“ zu Gast. Allerdings nur Nebenfiguren, was wohl der Grund dafür war, dass die Anmeldungen von Fans dieser Bereiche hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückblieben. Anwesend waren z.B. Lee Arenberg (Pirat „Pintel“), Chris Rankin („Percy Weasley“) und Stanislav Ianevski („Viktor Krum“).
Dabei geben sich gerade die Nebendarsteller auf solchen Cons ja immer alle Mühe, den Fans was zu bieten. Hobbit-Darstellerin Lori Dungey z.B. entpuppte sich als echte Stimmungskanone und brachte den Saal, vor allem in den Gemeinschaftspanels mit ihren HdR-Kollegen, zu brüllendem Gelächter.
Überhaupt gab es wieder viel zu lachen, egal ob beim Video-Wettbewerb, dem Streitgespräch über die „Harry Potter“-Filme oder bei solch launigen Vorträgen wie der Satire „Tolkien in Bayreuth“. Und auch viel zu lernen bei den zahlreichen Workshops, die gerade auf dieser Con, wo Schwertkampf, Elbengesang und mittelalterlicher Tanz auf dem Programm stehen, so extrem gut besucht waren, dass die Veranstalter die Raumbedürfnisse teilweise völlig falsch kalkuliert hatten. Schön fand ich, dass die Workshop-Teilnehmer ihre neu erworbenen Fähigkeiten anschließend gleich auf der Closing Ceremony vorführen durften. So hatten auch alle anderen Besucher noch etwas davon.
Ansonsten plauderten die Stars wie üblich aus dem Nähkästchen. So bekam man einmal mehr bestätigt, dass es in Neuseeland nichts besonderes ist, in HdR mitgespielt zu haben (ein angeblich typischer Dialog: „You do films?“ – „Yes.“ – „Did you do ‚Lord of the Rings’?“ – „Yes.“ – „Well, who did not?“) Auf der Pressekonferenz spielte man auch gleich die diversen Darsteller gegeneinander aus. Ob sich „Herr der Ringe“-Schauspieler und „Harry Potter“- Schauspieler hassen würden? Na klar, schließlich hätten letztere schon mehr Filme drehen dürfen, das sei ja wohl ein Grund zur Eifersucht! Man versöhnte sich aber wieder mit dem Vorschlag, doch vielleicht einen gemeinsamen Film zu drehen, der dann etwa „Harry Potter in the pirate’s ring“ heißen könnte. Wie gesagt, es gab viel zu lachen.
Neues Filmfutter aus Mittelerde wird es aber tatsächlich bald geben. Auf der Con wurde das wirklich aufwändige Fanfilm-Projekt „Born of Hope“ präsentiert. Der Film erzählt die Geschichte der Eltern von Aragorn und wird noch (mindestens) bis Ende 2008 gedreht werden. Die Begeisterung der Schauspieler war wirklich ansteckend und die ersten Ausschnitte recht beeindruckend. Der fertige Film wird einmal kostenlos aus dem Internet herunterladbar sein.
Natürlich gab es nicht nur Neuigkeiten aus England, Amerika oder Neuseeland. Beiden ursprünglichen Begründern der Ring*Con, nämlich der Deutschen Tolkien Gesellschaft und der Website www.herr-der-ringe-film.de, durfte man in diesem Jahr zum zehnjährigen Bestehen gratulieren. Obwohl es auf der Ring*Con ja eigentlich nur ein Buch geben darf, stellten auch zwei deutsche Autorinnen neues Fantasy-Lesefutter vor: Die langjährige FedCon- und Ring*Con-Mitarbeiterin Claudia Kern den ersten Band ihrer Trilogie „Der verwaiste Thron“ und Wolfgang-Hohlbein-Preisträgerin Evelyne Okonnek ihr zweites Buch „Das Rätsel der Drachen“. Und ohne die vielen Vorträge zahlreicher deutscher Fantasy-Experten wäre die Con ohnehin nur halb so spannend.
Eine weitere tolle Idee fürs Rahmenprogramm war übrigens der angegliederte Mittelaltermarkt, der im Foyer und im Außenbereich des Hotels aufgebaut war, obwohl die Händler zumindest dort unter dem schlechten Wetter litten. Vor allem der Met-Stand und das Zelt mit den orientalischen Süßwaren erfreuten sich enormer Beliebtheit. Der kleine Mittelaltermarkt passte wirklich wunderbar und sorgte für das richtige Ambiente. Hoffentlich wird er auch im nächsten Jahr beibehalten. Dann finden wir uns wieder in Bonn ein und sehen mal, was es so Neues gibt in der Fantasy-Film-Welt. Wenn sich Elben, Piraten und Hogwarts-Schüler bis dahin noch nicht gegenseitig umgebracht haben, dürfte es da wohl wieder einiges zu erzählen geben.
Piraten gegen Elben gegen Zauberer – die Ring*Con 2008
Dezember 31st, 2008 | posted by sw
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